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Vortrag des Vereins „Hilfe für Frauen und Kinder in Not im Nürnberger Land e.V.“ im September 2021 im Kulturbahnhof Hersbruck

Wer googelt der findet „Hilfe für Frauen und Kinder in Not im Nürnberger Land e.V.“

Auf erfrischend natürliche, undramatische und gar nicht rührselige Art hat Frau Hacker, die Gründerin des obigen Vereins, den anwesenden Mitgliedern der ÖDP, Kreisverband Nürnberger Land, sowie weiteren Gästen im Kulturbahnhof Hersbruck einen Vortrag gehalten über Geschichte und ehrenamtliche Arbeit der aktiven helfenden Frauen.

Es bleibt in Erinnerung, dass der Verein 1993 gegründet wurde. Eine erstaunliche Jahreszahl, wenn man bedenkt, dass es unserem Gesetzgeber erst 1997 gelungen ist, zu erkennen, dass es Vergewaltigung in der Ehe überhaupt gibt, und dass sie bestraft werden sollte. Dies ist nur eine der Arten der Gewalt. Wie wir gehört haben, fängt diese immer mit der großen Liebe an und geht dann über in verbale Gewalt, Beleidigungen und Verhöhnung. Sie endet schließlich in Polizeieinsätzen, Krankenhausaufenthalten und Flucht.  Flucht, die den Opfern oft genug viel zu lange unmöglich zu sein scheint, da finanzielle Mittel fehlen, sich selbst und vielleicht noch Kinder in der ersten Zeit durchzubringen. Außerdem fehlt den betroffenen Frauen Selbstbewusstsein und die Gewissheit, ein Recht auf ein gewaltfreies Leben zu haben.  Womöglich sind keine Freunde da, die einem aus dem Teufelskreis Gewalt helfen können. Auch Kinder, die in einem Umfeld aufwachsen, in dem häusliche Gewalt Alltag ist, sind betroffen. Sie sind gefährdet und tragen die Narben und oft genug erlerntes Verhalten in ihr Erwachsenenleben.

In jedem Fall hilft die Frauenhilfe. Sie zweifelt auch nicht an. Sie ist da. Am Notruftelefon, im Büro und an Treffpunkten. Da sind Mitarbeiterinnen, die ihre freie Zeit für Dienste zur Verfügung stellen und Menschen informieren, zuhören, Wege aufzeichnen, psychische Erste Hilfe leisten und mitunter auch tatkräftig unterstützen. So gibt es z.B. auch eine Notfallunterkunft für einige Tage, bis mehr Klarheit herrscht und evtl. ein Platz in einem Frauenhaus zur Verfügung steht. Ein inzwischen sehr enges Netzwerk mit den betroffenen Behörden und sozialen Diensten ist da sehr hilfreich und das nicht nur einseitig. So wird manchmal auch die Frauenhilfe von der Polizei angerufen, um zu helfen.

Die Finanzierung des Vereins läuft über Mitgliederbeiträge, private Spenden sowie Zuschüsse vom Bezirk und den Gemeinden des Nürnberger Lands. Leider mussten wir hören, dass aufgrund der Pandemie einige Zuschüsse gekürzt wurden oder gar ganz ausblieben. Wir hoffen, dass dies nicht zu höheren Kosten führt, die z.B. durch Polizeieinsätze, im Gesundheitswesen oder durch Soziale Ausgleichszahlungen von der Gemeinschaft getragen werden müssen. Immerhin hat der Sozialausschuss des Landkreises zwischenzeitlich beschlossen, dass die Anzahl der Stunden der Interventionsstelle aufgestockt werden. Das Bewusstsein, wie wichtig diese ehrenamtliche Arbeit ist, muss unbedingt gefördert werden und deutlich wachsen.

Gewachsen ist ja leider auch die Zahl der Hilfesuchenden. Nicht nur aus dem Nürnberger Land kommen die Anrufe, der Verein wird aus dem ganzen Bundesgebiet, teilweise auch aus dem Ausland kontaktiert. In erster Reihe der Ergebnisse einer Google-Suche zu erscheinen macht es möglich, dass sogar einmal in Südafrika geholfen wurde.

Wir danken Frau Hacker und ihrem kompletten Team. Für den Vortrag, aber vor allem für ihren unermüdlichen und bewundernswerten Einsatz.

Ulrike Wagner

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