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Wie viel ist unserem Staat die grundlegende Bildung wert?

Ein Kommentar zu Mehrarbeit gegen Lehrermangel an Grundschulen

Der aktuelle Lehrermangel an Grundschulen kommt nicht aus heiterem Himmel. Er war schon lange vorhersehbar. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum hier nicht schon längerfristige Planungen gelaufen sind, um dem entgegenzuwirken. Oder war es von vornherein der Plan, die Lücke durch Mehrarbeitsstunden, Streichung von Sabbatjahren und Erhöhung des Renteneintrittsalters zu schließen?

Der Satz unseres Schulministers „…wir wollen mit möglichst geringem Aufwand den Unterricht sicherstellen“ bringt selbst die Frustrationstoleranz einer Grundschullehrerin an ihre Grenzen.

Viele Kollegen stehen kurz vor der Rente und kurz vor dem Zieleinlauf wird Ihnen zugerufen, dass sie jetzt noch ein paar Runden mehr laufen sollen. Wenn ein Lehrer ein Teilzeitmodell oder gar ein Sabbatjahr in Anspruch nimmt, dann hat das meist Gründe, die mit den Belastungen des Berufes zu tun haben. Oft sind weniger Unterrichtsstunden oder längere Erholungsphasen nötig, um genug Kraft für die Schüler und den Unterricht zu haben.

Eine drastische Verringerung der Teilzeitmöglichkeiten, keine Möglichkeiten ein Sabbatmodell oder einen vorzeitigen Ruhestand in Anspruch zu nehmen, bedeutet also „Unterrichten bis zum Umfallen“. Längerfristig rechnet sich das sicher auch für die Staatskasse nicht.

Das Schlimmste aber ist, dass die Grundschüler und somit unsere nachfolgende Generation darunter leidet. Eigentlich müssten wir hier viel mehr in die grundlegende Bildung investieren. Diese Kinder werden unsere Zukunft gestalten und haben große Aufgaben vor sich.

Schon viele Jahre schließen Grundschullehrer, Mittelschullehrer und Förderschullehrer „urplötzlich“ auftauchende „Lücken“ mit mehr Aufwand, mehr Engagement, mehr Zeit. Aktuell sind einige Baustellen offen: Inklusion, Digitalisierung, Ganztagesschulen, Umsetzung des neuen Lehrplans, marode Schulhäuser, …uvm.

Dazu kommt noch, dass Grundschullehrer mehr Unterrichtsstunden ableisten und dafür weniger Geld als Realschullehrer und Gymnasiallehrer verdienen. Für welchen Lehrerberuf entscheidet sich dann wohl ein junger Mensch? Warum gibt es kaum Männer im Grundschulbereich?

Bildungsqualität gibt es leider nicht im Sonderangebot! Investitionen und längerfristige Planungen sind hier mehr als notwendig und überfällig!                                                                                                              Michaela Janik


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