Was ist wichtiger?

Was ist wichtiger?


Darum ging es bei der Windkraft-Wanderung der ÖDP. Die Zahl der Teilnehmer war bescheiden, doch umso eindrucksvoller ihr ernstes Interesse an der Energiefrage. Dieter Kuhn begrüßte sie in Oberndorf mit zwei Zahlen: 4,5 Milliarden Jahre Halbwertzeit von Uran, ein Braunkohlekraftwerk bläst jährlich 500 Kilo Quecksilber in die Luft. Und er zeigte eine Karikatur zu den Bedenken gegenüber der Windenergie: Zwei Schiffbrüchige auf einem kleinen Floß. Einer steht stolz am zusammengeflickten, vom Wind geblähten Segel. Der andere entsetzt: „Mach das weg! Das sieht ja hässlich aus.“


Die Windwanderer fragten dann Einwohner in der nur ca. 800 Meter vom Windpark entfernten Ortschaft nach ihren Erfahrungen mit den Windrädern. Einerseits: „Wir sehen und hören sie nicht.“ Aber in einem Fall bittere Klage über zeitweiligen Lärm. Und tatsächlich: Das Haus bietet Sicht auf ein Windrad oberhalb der Nabe. Doch in einer Richtung, aus der nur selten der Wind bläst. Und den Nachbarn in gleicher Wohnlage stört nichts. Die Wanderer gehen schließlich verwundert weiter.


Als sie aus dem Wald treten, vor ihnen die ruhig kreisenden Windflügel. Niemand sagt „Wie hässlich“. Am nördlichsten Windturm empfängt sie Hans Hummer, rühriger zweiter Vorsitzender der Bürgerenergiewerke Offenhausen – mit Wanderern, die direkt zum Windpark gekommen sind, Er berichtet über 2010 begonnene Schritte zum „Energiedorf“, über Hilfe des erfahrenen Projektors Erich Wust, der bis heute 50 Bürgerwindräder hat erstehen lassen, über breite Diskussionen in der Gemeinde, gerechte Verteilung der Pachteinnahmen an alle Betroffenen. Und er gibt Auskunft zum wirtschaftlichen Erfolg: jährlich ca. 35 000 Euro Gewerbesteuer für die Gemeinde, bislang jährliche Ausschüttung von 7% an die durchwegs einheimischen Genossen – denen früher skeptische Gemeindebürger sich später gerne anschließen wollten.


Nachdenkliche Gespräche auf dem Rückweg. Fazit: subjektive laute Kritik weniger, schweigende Zustimmung der großen Mehrheit. Erfolg dezentraler Gemeindestrukturen – auch in Alfeld? Warum sonst im Landkreis so wenig Lust auf saubere Energie und Gewinn mit gutem Gewissen?


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