Unsere Verantwortung für Brasilien

Es reicht von europäischer Seite nicht, Brasilien für seine Waldrodungspolitik im Amazonasbecken zu kritisieren. Und Populisten wie Präsident Bolsonaro werden sich davon wenig beeindrucken lassen, solange keine Konsequenzen folgen.

Solange wir zu den maßgeblichen Abnehmern von brasilianischem Soja zählen und immer noch vielen Bürgern das billige Grillfleisch wichtiger ist als eine verantwortungsvolle Tiermast, sind wir unglaubwürdig und mitschuldig am Waldsterben in Brasilien! An diesem Beispiel sieht man erneut die Problematik des deutschen Billig-Wahns bei der Ernährung. Es braucht auch keine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch, sondern „nur“ ein Umdenken des Konsumenten. Und wenn die Bürger als Einkäufer endlich ihre Marktmacht kapieren, dann können sie auch Präsident Bolsonaro und die brasilianischen Großgrundbesitzer zum Umdenken bewegen. Denn die verstehen in erster Linie die Sprache des Marktes: Weniger Nachfrage – weniger Produktion – weniger Rodung.

Es liegt in unserer Hand und Verantwortung, ob wir stattdessen wertvolleres Fleisch aus regionaler Weideviehhaltung kaufen, die unseren Landwirten ein Auskommen schenkt und gleichzeitig die Landschaft mitgestaltet. Und es zeigt sich einmal mehr die Problematik von Kaufpreisen für Billig-Waren, die durch ihre Produktion die Allgemeinheit belasten und schädigen.

Walter Stadelmann, Stellv. Kreisvorsitzender

Weidehaltung am Moritzberg, Der Bote 22.08.2015, S. 7.

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