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Pressemitteilung

Rückblick auf das ÖDP-Forum in Reichenschwand

Unter dem Namen ÖDP-Forum startet dieses Jahr die ÖDP Nürnberger Land eine Vortragsreihe mit vielen interessanten Themen und ausgewiesenen Fachleuten. Den Auftakt der Veranstaltungsreihe machte am 06.02.15 das Thema „Bürgerenergie statt Wachstumswahn“ in Reichenschwand. Referenten waren neben dem ÖDP-Bezirksvorsitzenden Jürgen Osterlänger auch die beiden Offenhausener „Energiepioniere“ Bürgermeister Georg Rauh und Hans Hummer.

„Grenzenloses Wachstum kann es nicht geben“, so Jürgen Osterlänger in seinem Vortrag über nachhaltige Wirtschaftsmodelle. Seit der industriellen Revolution sei der Energie- und Ressourcenverbrauch exponentiell gestiegen. Dies, so Osterlänger, kann nicht auf Dauer gut gehen. Daher ist er ein begeisterter Vertreter der sog. „Transition Town“-Bewegung. Diese Bewegung befasst sich mit der wichtigen Frage wie Kommunen den Wandel aus dem fossilen Zeitalter heraus meistern können und umfasst dabei nicht nur das Thema Energie selbst, sondern auch ökonomische und soziale Aspekte. Damit stellt „Transition Town“ ein ganzheitliches Konzept dar. In Emskirchen, Osterlängers Heimatort, konnte es bereits erfolgreich umgesetzt werden (www.emskirchen-im-wandel.de).

Wie die Energiewende im Nürnberger Land praktisch umgesetzt werden kann vermittelten Georg Rauh und Hans Hummer, zwei Vertreter der Offenhausener Bürgergenossenschaft. Schon seit 2004 werden von den Bürgern der Gemeinde Offenhausen große Energieprojekte unter dem Dach einer Energiegenossenschaft realisiert. Zwar sind auch größere Investoren bei der Gemeinde vorstellig geworden, die das „Energiekapital“ des Ortes erkannten, Bürgermeister Rauh wollte sich das Thema aber nicht aus der Hand nehmen lassen und trieb das Projekt „Bürgerenergie“ maßgeblich voran. Heute produziert die Genossenschaft allein mit dem Windpark „Kuchaner Höhe“ Strom für die Versorgung von 6.500 Haushalten. Auf die Frage warum das in den anderen Kommunen des Nürnberger Landes nicht klappt meinte Bürgermeister Rauh: „Man muss hat einfach mal anfangen und nicht immer aufzählen was nicht geht.“

Hans Hummer, Vorstandsmitglied der Genossenschaft, nannte weitere Zahlen und Fakten: Fast die Hälfte des Eigenkapitals für die Windanlagen stammte direkt aus dem Ort - immerhin über drei Millionen Euro. Dies verdeutlicht was für eine große Akzeptanz das Projekt in der gesamten Bevölkerung hat. Und obwohl 2014 als ein schlechtes Windjahr gilt konnte genug erwirtschaftet werden um den Genossenschaftsmitgliedern eine stattliche Dividende auszuzahlen. Probleme mit toten Vögeln oder Geräuschbelästigungen, wie von manchen Windkraft-Gegner befürchtet, sind nicht aufgetreten.

Das ÖDP-Forum hat das Ziel Bürger über wichtige und aktuelle Themen zu informieren und Debatten, auch auf kommunaler Ebene, anzuregen. Selbst kontroverse Diskussionen sind hierbei – ohne ideologische Zwänge – erwünscht, da Meinungsvielfalt der Grundpfeiler einer funktionierenden Demokratie ist.

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