Im Sinne der Nachhaltigkeit: ÖDP verzichtet im Wahlkampf auf Straßenplakate

690 Unterschriften sind es am Ende, die vom Kreiswahlleiter für die ÖDP gezählt werden – 430 wären nötig gewesen. Dass es am Ende eine so klare Sache werden würde, hätten selbst die kühnsten Optimisten unter den Ökodemokraten so nicht erwartet. Immerhin waren es eine Woche vor Schluss der Eintragungsfrist noch weniger als 300 Landkreisbürgerinnen und -bürger, die sich dafür aussprachen, der ÖDP den Wahlantritt zu ermöglichen.

„Ein herzliches Dankeschön an die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer. Dieses Vertrauen wollen wir rechtfertigen, indem wir konsequent für eine tatkräftige, ökologische Politik eintreten“, sagt der Kreisvorsitzende und Spitzenkandidat, der Alfelder Norbert Spiegel und führt weiter aus: „Wir wissen, was die Menschen von uns erwarten: Eintreten für den Artenschutz, einen klimaneutralen Landkreis bis 2030, mehr Gemeinwohl, Transparenz und das konsequente Umsetzen des Bürgerwillens.“

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Walter Stadelmann, der gleichzeitig auch Bezirksvorsitzender der ÖDP ist, pflichtet bei: „Über viele Jahre haben wir ehrliche Politik an der Basis betrieben. Von der ÖDP stammen nicht nur die Volksbegehren Nichtraucherschutz sowie das letztjährige Artenschutz-Volksbegehren. Wir haben mit Partnern die unsinnige Autoausbahnausfahrt bei Traunfeld abgewendet und uns am Radverkehrskonzept des Kreises maßgeblich beteiligt, weil das deutlich zukunftsorientierter ist als immer nur Straßen für Autos zu bauen. Erfreulich ist, dass dies von der Bevölkerung nun auch honoriert wird.“

Auf Initiative der Pommelsbrunnerin Michaela Janik, welche ebenfalls im Spitzentrio für die Wahl vertreten ist, wagen die Ökodemokraten nun sogar einen mutigen, neuen Schritt. Sie werden bei dieser Kommunalwahl ganz darauf verzichten, die Straßen mit nichtssagenden Plakaten zu verschandeln. „Wer glaubt denn ernsthaft, dass sich jemand von der Plakatflut in seiner Entscheidung beeinflussen lässt? Die allermeisten Leute blenden sie komplett aus. Entscheidend ist doch der direkte Dialog. Diesen suchen wir und laden die Landkreisbevölkerung ein, uns Ihre Anliegen mitzuteilen, damit wir uns für sie einsetzen können.“

Die ÖDP wird ihren Wahlkampf daher auf den Marktplätzen und in den sozialen Medien abhalten. Die drei Spitzenkandidaten finden es zwar schade um ihre bereits entworfenen Layouts, aber letztlich war das Motiv, mit gutem Beispiel voranzugehen und einen deutlichen Beitrag zur Müllvermeidung zu leisten wichtiger. „Der Unterschied der ÖDP zu anderen Parteien ist eben, dass wir nicht nur über Umweltschutz reden, sondern selbst aktiv sind“, sagt Spiegel zu der Initiative.

Natürlich bangen die Ökodemokraten, ob diese Initiative bei den Wählerinnen und Wählern auch ankommt. Wissen wird man es wohl erst kurz nach dem 15.03.20, wenn die Stimmen ausgezählt sind. Über ein konkretes Wahlziel schweigt man sich aus, was bei einem erstmaligen Antritt nicht weiter verwunderlich ist. „Wir hoffen natürlich auf ein besseres Ergebnis als bei den letzten überregionalen Wahlen, wissen aber, dass Kommunalwahlen etwas Besonderes sind. Lassen wir uns überraschen“, meint dazu Walter Stadelmann.
Die ÖDP wird bei der Kreistags-Wahl mit 24 Kandidatinnen und Kandidaten antreten und steht mit der Ordnungsnummer 10 auf dem Wahlzettel.


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