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Buchner: „Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen“

Prof. Dr. Klaus Buchner, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), wies auf die Gefahren durch Mobilfunk hin.

Am 07.02. lud die ÖDP Nürnberger Land nicht nur in ein ungewöhnliches Lokal ein, nämlich nach Rupprechtstegen in den Rastwaggon, einem zum Lokal umgebauten alten Personenzug. Auch das Thema war ungewöhnlich: Wird die Gefährlichkeit von Funkstrahlung unterschätzt? Den Vortrag hielt Prof. Dr. Klaus Buchner. Der Physiker und Universitätsprofessor sitzt seit 2014 für die ÖDP im Europaparlament.


In dem sachlich fundierten Vortrag ließ er keinen Zweifel aufkommen: „Studien haben die Schädlichkeit der Strahlen mittlerweile eindeutig belegt“, erklärte er. Deswegen hat auch die Europäische Umweltagentur wiederholt vor der Funkstrahlung gewarnt. Eine zu starke Belastung mit Funkstrahlen kann krank machen, im schlimmsten Fall sogar zu Krebs führen. Wesentlich häufiger und unauffälliger seien allerdings Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Tinnitus. Die Schwierigkeit sei allerdings Funkstrahlung als klare Ursache auszumachen. "Wenn jemand mit Kopfschmerzen zum Arzt geht, hat der die Wahl aus 2.000 verschiedenen Ursachen und um auf die Strahlung zu kommen müsste man das Umfeld des Patienten genau untersuchen." Ein Ding der Unmöglichkeit.

Ein besonderes Augenmerk richtete Prof. Buchner auf den neuen 5G-Standard. Dieser sei noch problematischer, da das Sendernetz noch wesentlich leistungsstärker und dichter werde. So sind für autonom fahrende Autos teilweise alle 100 m Funkstationen geplant.


Prof. Buchner betonte aber, dass er den Menschen das Handy nicht verbieten wolle. Vielmehr setzt er sich für einen Mobilfunk ein, der die Menschen nicht belastet. Das sei technisch möglich. „Der Europarat schlägt einen Grenzwert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter vor, was ein Hunderttausendstel des derzeit in Deutschland gültigen Grenzwertes ist“, so der Europaabgeordnete. Denselben Grenzwert hat das EU-Parlament schon früher empfohlen. In Luxemburg und anderen europäischen Regionen gelten heute schon Grenzwerte, die weit unter den deutschen liegen.


In der anschließenden Diskussionsrunde beklagten einige Zuhörer, dass die Thematik geradezu tabuisiert werde. "Man wird gleich als Spinner abgetan oder in die Esoterik-Ecke geschoben", meine dazu ein Gast. Dabei gibt es in Deutschland rund 1 % der Bevölkerung, die elektrosensibel sind und unter den Auswirkungen von Strahlungen spürbar leiden. Ihre lebensqualität zu verbessern, sieht Prof. Buchner als wichtig an. Arthur Javorsky




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