Unterstützung im Kampf gegen die Erweiterung einer Plastikffolien-Fabrik in Hersbruck

Kreisvorsitzender Norbert Spiegel zum Bürgerentscheid in Hersbruck am 07.07.2019:

Für die Ökologisch Demokratische Partei ÖDP steht zur Thematik folgendes fest:
- prinzipiell unterstützen wir jeden Bürgerentscheid. Nur Entscheidungen, die die Bürgerinnen und Bürger einer Kommune selbst herbeiführen haben eine uneingeschränkte Legitimität. Bei Ratsentscheidungen, in denen leider immer auch mögliche Firmenspenden zumindest im Hinterkopf eine Rolle spielen ist weder eine völlige Unvoreingenommenheit noch eine wirkliche Unabhängigkeit des Mandats von vorneherein gegeben. Entscheidungen vor allem grundsätzlicher Art, die der Souverän selbst herbeiführt sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit und keine Ausnahme sein.

- eine Erweiterung einer Fabrik, die Plastikfolien herstellt widerspricht sowohl dem Zeitgeist als auch der sich anbahnenden gesellschaftlichen Entwicklung. Verpackungen um einzelne Gurken (Wozu  haben die denn eigentlich von Haus aus eine Schale), Folien um Verpackungen aus Pappkarton und so weiter. Der Irrsinn der überbordenden Plastikverpackungen greift immer mehr um sich. Angeblich wünsche das der Verbraucher so. Die Verbraucherinnen  und Verbraucher mit denen ich gemeinhin in Kontakt komme - aus allen gesellschaftlichen Kreisen und jeglicher politischer Coleur - sind dann scheinbar immer die Ausnahme. Die Regel  also die angebliche Mehrheit habe ich noch nicht kennengelernt. Wenn also Plastikverpackungen nicht nur ein Ärgernis für die Verbraucher sondern auch ökologisch - pardon, anders kann man es nicht bezeichnen - schwachsinnig sind, spricht viel dafür, dass wir bald auch in den Konzernzentralen einen Gesinnungswandel erleben werden, hin zu ökologisch vertretbareren Lösungen, weg von immer mehr Plastik.
Weshalb sollte man in Hersbruck also weiterhin die aussterbenden Dinosaurier unterstützen? Damit man in absehbarer Zeit verbaute Fläche hat, die dann vielleicht gar nicht mehr benötigt wird?
Schon aus diesem Grund sollte eine Erweiterung ganz klar abgelehnt werden.

- die ÖDP fühlt sich ganz klar und eindeutig dem Gemeinwohl verpflichtet. Artikel 151 der Bayerischen Verfassung gibt uns dazu den Auftrag: "Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten." Unter Gemeinwohl verstehen wir bei der ÖDP ein Zusammenwirken von finanziellen aber auch sozialen, gesellschaftlichen, ökologischen und weiteren Aspekten. Das Dogma des unendlichen Wachstums bei endlichen Ressourcen ist schon logisch betrachtet über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt.

Einer Firma, der es gut geht, kann man es doch gönnen, dass es ihr auch weiterhin gut gehen soll. Dass aber eine Firma immer wachsen und größer und noch größer werden muss ist schlichtweg Humbug. Dafür bietet uns diese eine Erde, die wir uns alle teilen schlichtweg nicht genügend Platz und Rohstoffe.

Wenn wir uns also nicht nur an den finanziellen Bilanzen sondern am Gemeinwohl aller orientieren muss eine gute Abwägung aller Aspekte her: Landschaftsverbrauch, Verkehr, ökologische Eingriffe, nachhaltige Ortsentwicklung, Beeinträchtigung der Anwohner auf der einen, wirtschaftliche Sicherheit und Entwicklung, Arbeitsplätze auf der anderen.

Jeder mag bei der Abwägung der Punkte zu anderen Schlüssen kommen. Das ist legitim und urdemokratisch. Für uns, die wir das Ökologische bereits im Parteinamen tragen kann es aber nur eine Entscheidung geben: Die Erweiterung der Fabrik ist eindeutig abzulehnen. Das Gemeinwohl würde durch die Erweiterung Schaden nehmen durch irreversible Eingriffe in die Natur und der anderen bereits angesprochenen Punkte. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, die BI zu unterstützen und rufen die Hersbrucker Bürger auf, am 07.07. sich für die langfristige bewahrende statt die kurzsichtige Lösung zu entscheiden. Unterstützen Sie die Bürgerinitiative und lehnen die Erweiterung von Geruplast ab.


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