05.09.2017

Pegnitz und Högenbach machen Strom

Die 4. WasserRadTour im Nürnberger Land führte bei herrlichem Sommerwetter die interessierte Radlergruppe von Hartmannshof bis Reichenschwand auf den Spuren der Wasserkraft. Dabei lernte die Teilnehmer unter Leitung des Bundestags-Direktkandidaten der ÖDP, Walter Stadelmann, nicht nur etwas über die Geschichte des Mühlenwesens nördlich der Alpen. Dank der engagierten Mitwirkung von zwei Radlern konnte die Gruppe weitere Informationen sammeln und interessante Begegnungen erleben. Georg Hutzler, der 1. Vorsitzende der Altstadtfreunde Hersbruck, schuf die Kontakte zu manchen Mühlenbesitzern und machte spontane Besuche möglich. Und W. Hanrieder aus Artelshofen sorgte mit einer Führung im kleinen Wasserkraftwerk in der Pommelsbrunner Fabrikstraße für den technischen Höhepunkt der Radtour. Erstaunt musterten die Teilnehmer das Stahlschild des Herstellers der Turbine aus dem Jahre 1938 und die dazugehörige Technik. Und gebannt verfolgten sie, als der Vater des Mühlenbesitzers den großen Schaltschrank öffnete und die Funktionen des heute wertvollsten Teils der Anlage samt der Bildschirmüberwachung erläuterte.

Chancen und Problem der Wasserkraft

Am mittleren und unteren Högenbach werden heute noch an alle Mühlenstandorten Strom produziert, auch wenn die Mühlräder bis auf das schöne Exemplar in der Weidenmühle verschwunden sind. Die fünf Kleinkraftwerke liefern mit ihren 40 kW Leistung die Energie für

etwa 80 Haushalte in der Region. Ja, der Kieselmüller sorgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts alleine für den ersten Strom in fünf Dörfern der Umgebung.

An der größeren Pegnitz ist heute nur noch ein Teil der Wehre durch die Wasserkraft genutzt und die Betreiber haben mit manchen Schwierigkeiten zu kämpfen. Von Hersbruck bis Lauf werden durch die fünf Anlagen im Normalfall etwa 600 kW Leistung erbracht, aber gerade die größte Turbine in Lauf muss derzeit überholt werden. Zu den Herausforderungen zählt der Interessensausgleich zwischen Kraftwerksbesitzern und Fischereivereinen und Umweltschutz vor allem bei niedrigem Wasserstand. Daneben steht noch die Frage der Wasserentnahme für gewerbliche Zwecke im Raum. Schließlich wirkt sich auch die Wassernutzung der Stadt Nürnberg in der Rannaquelle auf den Zulauf zur oberen Pegnitz aus. An der mittleren Pegnitz könnte bei einer Nutzung aller vorhandenen Wehre die Stromproduktion in etwa verdoppelt werden. Dazu müssen aber die politischen Rahmenbedingungen verändert werden, wofür sich der Bundestags-Direktkandidaten der ÖDP, Walter Stadelmann, einsetzen will.