Familiäres Haus im Grünen beeindruckt ÖDP-Delegation

Bezirksrätin Ingrid Malecha und Kandidaten besuchen Klinik in Engelthal

Der mühsame Aufstieg in den 12. Stock auf die Dachterrasse hat sich mehr als gelohnt. Denn die Delegation der ÖDP unter Bezirksrätin Ingrid Malecha waren beeindruckt von dem tollen Ausblick in die grüne Landschaft auf die Höhen der umliegenden Frankenalb. Nach einer Führung durch die Privatstation und andere Bereiche des Bezirkskrankenhauses durch die Kaufmännische Leiterin Katharina Kopiecny und den Pflegedienstleiter Michael Kaufmann kam man auf der Dachterrasse ins Gespräch mit den Kandidaten der Ökologisch-Demokratischen Partei für den Bezirkstag.

Dabei konnten die Gastgeber nicht nur mit ihrem freundlichen Empfang punkten, sondern beantworteten auch alle Fragen des fachlich versierten Teams der Ökopartei.

Die Profilierung Ihres Hauses und gleichzeitige Reduzierung der Schulden zeigen, dass sich das Klinikum auf einem guten Weg befindet, erläuterte die Kaufmännische Leiterin Frau Kopiecny.

Derzeit arbeite man neben dem Tagesgeschäft am Zuweiser-Management zur Verbesserung des regionalen Netzwerkes für die Patienten.

Und der Pflegedienstleiter Herr Kaufmann ergänzte, wie sein Haus es schaffe, trotz Fachkräftemangel und dem Fehlen einer eigenen Krankenpflegeschule genug Mitarbeiter für Engelthal zu bekommen. Der Beweis sind außergewöhnlich viele Dienstjubiläen und eine gute Unternehmenskultur. „Wenn wir Schüler nach ihrem Einsatz nach Verbesserungsmöglichkeiten fragen, dann fällt ihnen meistens nichts ein.“

Da ein Teil der Bezirkstagskandidaten der ÖDP selbst fachliche Expertise im Gesundheits- und Sozialwesen mitbrachten, ging das Gespräch aber weiter. Vor wenigen Jahren herrschten im Bereich der ambulanten Betreuung psychiatrischer Patienten noch deutliche Lücken, so Pflegeberaterin Franziska Stadelmann. Diese werden nun dank einer besseren Vernetzung von stationären und ambulanten Angeboten schrittweise geschlossen, weil der Prozeß von den Krankenkassen gefördert wird, erläuterte die Klinikleitung gemeinsam. Dazu gehört in Engelthal auch ein sogenanntes Case-Management, also die Unterstützung von Menschen in schwierigen Situation durch eine spezifische Begleitung und den Aufbau eines Hilfs-Netzwerkes.

Walter Stadelmann, Direktkandidat aus dem Nürnberger Land wollte wissen, wie sich die hohe Zahl von Flüchtlingen vor allem im Jahr 2015 auf die Arbeit ausgewirkt hat. Die Kaufmännische Leiterin Katharina Kopiecny konnte den akuten Mehraufwand beschreiben, den man aber aufgrund der vielfältigen Nationen unter den Mitarbeitern meistern konnte. Ein weiterer Baustein zur Bewältigung war das Hinzuziehen von Dolmetschern und einer auch im Landratsamt tätigen Sicherheitsfirma. Das Wichtigste ist die gelingende Kommunikation zwischen Patienten und Mitarbeitern.

„Welche Unterstützung erwarten Sie vom Bezirkstag?“ fragte Bezirksrätin Ingrid Malecha gegen Ende des Gesprächs. „Dass Sie mithelfen, für eine Entstigmatisierung der psychischen Erkrankungen in unserer Gesellschaft einzutreten“ antwortete die Kaufmännische Leiterin ganz spontan. Es muss zur Normalität werden, dass man bei seelischen Erkrankungen in ein psychiatrische Krankenhaus geht. Es darf nicht mehr ein Tabu und ein Makel sein. Nur dann können die Bezirkskliniken den Betroffenen eine Behandlungschancen geben, so Katharina Kopiecny.

Der zweite Wunsch ist die Unterstützung bei der Einrichtung einer eigenständigen Institutsambulanz in Lauf. Ein solcher Anlaufpunkt zur Nachbehandlung von psychiatrischen Patienten sei dringend notwendig und konnte vom Bezirk bereits in Fürth und Neustadt/Aisch aufgebaut werden. Direktkandidat Walter Stadelmann versprach, bei der Kassenärztlichen Vereinigung einmal nachzufragen, warum man dieses neue Angebot aus dem Sozialgesetzbuch V bisher in Lauf verweigert hat.

Für die ÖDP-Delegation blieb noch die Frage, in wie weit man an einer besseren Anbindung von Engelthal durch öffentlichen Nahverkehr arbeiten kann, um unnötigen Pkw-Verkehr und weiteren Flächenfraß durch Parkplätze zu vermeiden.

Bezeichnend für das naturnahe Haus war auch der von zahlreichen Schmetterlingen umkreiste Sommerflieder, der die ÖDP-Delegation auf das laufende Volksbegehren hinwies. Ergänzend dazu übergab der Bezirksvorsitzende Walter Stadelmann der Kaufmännischen Leitung ein Tütchen Gelbsenf zur Verschönerung der Wiesen im Klinikgelände, um die Pflanzenvielfalt für die Insekten in Zukunft zu erhalten.

Zum Schluß hielten die Bezirksrätin Ingrid Malecha und die Bezirkstagskandidaten am Mahnmal der Opfer des Faschismus in Engelthal eine Schweigeminute ab und verließen mit vielen Eindrücken das Gelände.


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